Das Dachkantprisma ist technisch etwas komplizierter als das Porroprisma. Es müssen sehr präzise hergestellte Prismen verwendet werden, die eine höhere Qualität als Porroprismen haben müssen. Das Dachkantprisma stellt auch höhere Anforderungen bei der Beschichtung. Ein Fernglas mit einem Dachkantprisma hat den Vorteil, dass das Prisma in nur einer Röhre sitzt, während beim Porroprisma das Okular und die Frontlinse sich gegeneinander verschieben. Ein Fernglas mit Dachkantprisma ist daher kompakter und leichter mitzunehmen. Sie sind auch leichter wasserdicht zu versiegeln und weniger anfällig für Staub und Beschlagen in den inneren Linsenteilen. Weil sich die vorderen Objektive im Gegensatz zu Porroprismengläsern nicht verschieben, wird der Tiefeneindruck bei Dachkantferngläsern etwas geringer ausfallen.
Ein Fernglas mit Dachkantprisma wird scharfgestellt, indem die Linse(ngruppe) im Fernglas verstellt wird. Im Gegensatz dazu wird bei einem Glas mit Porroprisma das Okular zur Schärfeeinstellung verstellt. Dadurch entstehen "Volumenveränderungen" mit den entsprechenden Luftumlagerungen. Das hat zur Folge, dass es viel schwieriger ist, ein Fernglas mit Porroprisma staub- und wasserdicht zu machen. Bei den besseren Gläsern mit Dachkantprisma wird dieses mit einer sogenannten Phasenvergütung versehen, wodurch Phasenunterschiede, hervorgerufen durch "Wegelängen"- Differenzen des Lichts, im Prisma korrigiert werden. Dadurch wird ein optimaler Kontrast und maximale Helligkeit erzielt.
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