Das Fernglas, auch Feldstecher genannt. Äußerlich unterscheidet man zwei Haupttypen: die lange Zeit dominierenden Porroprismen-Ferngläser und die erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in großem Maße in den Handel gekommenen „geradsichtigen“ Dachkantprismen-Ferngläser.

Dachkantprismen Fernglas

Das Dachkantprisma ist technisch etwas komplizierter als das Porroprisma. Es müssen sehr präzise hergestellte Prismen verwendet werden, die eine höhere Qualität als Porroprismen haben müssen. Das Dachkantprisma stellt auch höhere Anforderungen bei der Beschichtung.
 
Ein Fernglas mit einem Dachkantprisma hat den Vorteil, dass das Prisma in nur einer Röhre sitzt, während beim Porroprisma das Okular und die Frontlinse sich gegeneinander verschieben. Ein Fernglas mit Dachkantprisma ist daher kompakter und leichter mitzunehmen. Sie sind auch leichter wasserdicht zu versiegeln und weniger anfällig für Staub und Beschlagen in den inneren Linsenteilen. Weil sich die vorderen Objektive im Gegensatz zu Porroprismengläsern nicht verschieben, wird der Tiefeneindruck bei Dachkantferngläsern etwas geringer ausfallen.

Ein Fernglas mit Dachkantprisma wird scharfgestellt, indem die Linse(ngruppe) im Fernglas verstellt wird. Im Gegensatz dazu wird bei einem Glas mit Porroprisma das Okular zur Schärfeeinstellung verstellt. Dadurch entstehen "Volumenveränderungen" mit den entsprechenden Luftumlagerungen. Das hat zur Folge, dass es viel schwieriger ist, ein Fernglas mit Porroprisma staub- und wasserdicht zu machen.
 
Bei den besseren Gläsern mit Dachkantprisma wird dieses mit einer sogenannten Phasenvergütung versehen, wodurch Phasenunterschiede, hervorgerufen durch "Wegelängen"- Differenzen des Lichts, im Prisma korrigiert werden. Dadurch wird ein optimaler Kontrast und maximale Helligkeit erzielt.

Porroprismenfernglas

Das Prisma in einem Fernglas sorgt dafür, dass das Bild aufrecht auf das Auge projektiert wird. Es sorgt auch dafür, dass ein Fernglas kompakter gebaut werden kann, da das Licht durch das Prisma einen längeren Weg zurücklegt. Ein Porroprisma kann etwas einfacher als ein Dachkantprisma hergestellt werden. Bei einem Fernglas mit Porroprisma verschieben sich die vordersten Objektive in Richtung der Okulare. Das Fernglas ist dadurch etwas größer. Der Tiefeneindruck wird allerdings dadurch auch etwas größer sein als bei einem Fernglas mit Dachkantprisma. Wir können Tiefe sehen, weil unsere Augen durch den Abstand zwischen beiden Augen ein jeweils minimal anderes Bild sehen. Bei größer werdendem Abstand nimmt auch der Tiefeneindruck etwas zu.

Ein Fernglas mit Porroprisma wird scharf gestellt, indem das Okular verschoben wird. Dadurch entstehen "Volumenveränderungen" mit dementsprechenden Luftveränderungen im Fernglas. Ein Fernstecher mit Dachkantprisma wird scharf eingestellt, indem die Linse(ngruppe) verschoben wird. Das hat zur Folge, dass ein Fernglas mit Dachkantprisma leichter staub- und wasserdicht versiegelt werden kann.

Ungeachtet der Tatsache, dass die Herstellung eines Porroprismas etwas einfacher ist als die eines Dachkantprismas, können Hersteller beide Ferngläsertypen in vergleichbarer Qualität herstellen. Ferngläser im höheren Segment sind jedoch vorwiegend mit einem Dachkantprisma ausgerüstet.